{"id":1059,"date":"2013-05-08T00:43:03","date_gmt":"2013-05-07T22:43:03","guid":{"rendered":"http:\/\/bgv-oberberg.de\/wordpress\/?p=1059"},"modified":"2013-07-22T11:05:00","modified_gmt":"2013-07-22T09:05:00","slug":"unterwegs-in-der-herrschaft-gimborn-neustadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=1059","title":{"rendered":"Unterwegs in der Herrschaft Gimborn-Neustadt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_1062\" style=\"width: 274px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_schlossgimborn1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1062\" class=\"size-full wp-image-1062\" alt=\"themen_schlossgimborn1\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_schlossgimborn1.jpg\" width=\"264\" height=\"178\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1062\" class=\"wp-caption-text\">Das Schlo\u00df Gimborn an der Gimbach<\/p><\/div>\n<p>Aus der Erbmasse des aufzuteilenden Herzogtums J\u00fclich Kleve Berg Mark und Ravensberg bedienten sich im Jahre 1609, als Johann Wilhelm I. , der letzte Spro\u00df seines Hauses kinderlos und geistig umnachtet starb, die m\u00e4chtigsten Nachbarn: Der Kurf\u00fcrst von Brandenburg und der Pfalzgraf bei Rhein mit Anspr\u00fcchen aus zur\u00fcckliegenden Verwandtschaften. So kam die alte Grafschaft Mark an Brandenburg, ein Gebiet, das mit dem Amt Neustadt weit ins heutige Oberbergische hineinragt, bzw. einen wesentlichen Teil desselben ausmacht. Immer hin lag auf diesem Territorium seit 1301 auch eine Stadt, gegr\u00fcndet von Graf Eberhard II. von der Mark, ein Vor- und Wachposten gegen seine Verwandten, die m\u00e4chtigen Grafen von Berg: die Neyestadt &#8211; heute Bergneustadt.<\/p>\n<div id=\"attachment_1060\" style=\"width: 104px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_AdamvSchwarzenberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1060\" class=\"size-full wp-image-1060\" alt=\"Epitaph Adams von Schwarzenberg, Pfarrkirche Gimborn\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_AdamvSchwarzenberg.jpg\" width=\"94\" height=\"140\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1060\" class=\"wp-caption-text\">Epitaph Adams von Schwarzenberg, Pfarrkirche Gimborn<\/p><\/div>\n<p><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">Aus der benachbarten Herrschaft Gimborn stammte Graf Adam von Schwarzenberg, ein eifriger Parteig\u00e4nger der brandenburgischen Sache. 1630 verlieh ihm Georg Wilhelm ob seiner Verdienste um den verstorbenen Kurf\u00fcrsten Sigismund zu den fr\u00fcher \u00fcberlassenen Kirchspielen Gummersbach und M\u00fcllenbach die Stadt Neustadt mit den Kirchspielen Wiedenest, R\u00fcnderoth und Lieberhausen, um sich des Amtes Neustadt und der Herrschaft Gimborn als einer freien Reichsherrschaft zu bedienen und dort als Landesherr zu walten und zu regieren.<\/span><\/p>\n<p>Ein neuer Kleinstaat mitten im 30-j\u00e4hrigen Krieg<\/p>\n<p>So war mitten im 30j\u00e4hrigen Krieg ein neuer Kleinstaat entstanden. Der gewandte und m\u00e4chtige erste Minister seines Herrn in Berlin hatte sich aus dessen Besitz eine eigene Herrschaft herausgel\u00f6st. Sie blieb bis 1782 bei seinen Nachfahren, die sie nach ca. 150j\u00e4hriger Herrschaft verkauften. Der nachfolgende Besitzer Reichsgraf Johann<\/p>\n<div id=\"attachment_1061\" style=\"width: 131px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_gimborn_grenzpfahl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1061\" class=\"size-full wp-image-1061\" alt=\"Grenzpfahl der Herr-schaft Gimborn-Neustadt aus schwar-zenbergischer Zeit\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_gimborn_grenzpfahl.jpg\" width=\"121\" height=\"149\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1061\" class=\"wp-caption-text\">Grenzpfahl der Herr-schaft Gimborn-Neustadt aus schwar-zenbergischer Zeit<\/p><\/div>\n<p>Ludwig von Wallmoden-Gimborn hatte nur noch 24 Jahre Freude an seinem Besitz, denn dann machte Napoleon der deutschen Kleinstaaterei ein Ende. Er schenkte seinem Schwager Joachim Murat das Gro\u00dfherzogtum Berg, der bei der Inbesitznahme auch gleich alle kleinen Herren an den Grenzen entthronte. So verschwanden Gimborn-Neustadt, Sayn- Homburg und Wildenburg von der deutschen Landkarte.<\/p>\n<p>Etliche Herren sind jetzt genannt, ihre Spuren haben sich mehr oder minder deutlich erhalten, sei es in Bauwerken, Grenzsteinen oder- pf\u00e4hlen, Namen, Wappen und Grabsteinen, nicht zuletzt in konfessionellen Grenzen, die heute, gottlob, nicht mehr so streng sind, wie sie fr\u00fcher waren. Die Pf\u00e4lzer, insbesondere ihr bayerischer Zweig, waren katholisch, die Brandenburger Lutheraner, die Sayner Calvinisten und so ist die konfessionelle Karte im Oberbergischen gemischt. Stolz sind sie aber alle auf die sch\u00f6nen alten Kirchen, insbesondere auf die &#8222;Bonten Kerken&#8220;, jene gedrungenen Dorfkirchen um 1400, die noch urspr\u00fcngliche Bemalung zeigen.<\/p>\n<p>Eine Rundfahrt<\/p>\n<div id=\"attachment_1063\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_schlossgimborn2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1063\" class=\"size-full wp-image-1063\" alt=\"Schlo\u00df Gimborn von vorn\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/themen_schlossgimborn2.jpg\" width=\"230\" height=\"156\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1063\" class=\"wp-caption-text\">Schlo\u00df Gimborn von vorn<\/p><\/div>\n<p>Beginnen wir die Tour in Gimborn im stillen Tal, wo der Gimbach am Schlo\u00df vorbeiflie\u00dft, nochmals kr\u00e4ftig gespeist von einer Quelle, die am Schlo\u00df entspringt und dann in die Leppe m\u00fcndet, in den flei\u00dfigsten Flu\u00df des Landes, der diesen Titel tr\u00e4gt von den vielen Hammerwerken, die er einst mit seinem Wasser trieb. Stromabw\u00e4rts zeugen davon noch die heutigen Eisenwerke, Nachfolger der fr\u00fcheren Schmieden. Stromaufw\u00e4rts geht es vorbei an H\u00fctte, ein vielsagender Ortsname im Land der kleinen Eisengruben. Und hier kann man sich entscheiden entweder zur Fahrt in die nahe Kreisstadt Gummersbach, erst 1857 Stadt geworden in der damaligen preu\u00dfischen Rheinprovinz, oder nach Marienheide, der Gemeinde, die sich um eine Wallfahrtskirche bildete, erstgenannt 1417, heute noch von Pilgern besucht.<\/p>\n<p>Und was ist aus der Neustadt geworden? Eine kleine Industriestadt mit sausendem Verkehr auf der Bundesstra\u00dfe 55, die hier im Talgrund nach der Agger der D\u00f6rspe folgt. Aber oben, wo sich auf dem Sporn die Altstadtkirche erhebt, da ist auch das Areal der alten Fachwerkh\u00e4user, der Gassen im Kopfsteinpflaster und des Heimathauses, eingezw\u00e4ngt in die sp\u00e4rlichen Reste der einstigen Wehrmauer. Stolz feiert sie in diesem Jahr ihre Gr\u00fcndung vor 700 Jahren (13. Mai 1301) &#8211; auch, dass sie heute nach vielen verheerenden Br\u00e4nden noch existiert, wachsend und gedeihend. &#8211; A.R .<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Erbmasse des aufzuteilenden Herzogtums J\u00fclich Kleve Berg Mark und Ravensberg bedienten sich im Jahre 1609, als Johann Wilhelm I. , der letzte Spro\u00df seines Hauses kinderlos und geistig umnachtet starb, die m\u00e4chtigsten Nachbarn: Der Kurf\u00fcrst von Brandenburg und der Pfalzgraf bei Rhein mit Anspr\u00fcchen aus zur\u00fcckliegenden Verwandtschaften. 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