{"id":136,"date":"2012-04-15T22:57:28","date_gmt":"2012-04-15T20:57:28","guid":{"rendered":"http:\/\/bgv-oberberg.de\/wordpress\/?p=136"},"modified":"2013-05-07T11:12:25","modified_gmt":"2013-05-07T09:12:25","slug":"auf-den-spuren-von-15-lowen-im-ehemaligen-bergbau-kaltenbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=136","title":{"rendered":"Auf den Spuren von 15 L\u00f6wen im ehemaligen Bergbau Kaltenbach"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Kaltenbach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-137 alignleft\" alt=\"Kaltenbach\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Kaltenbach-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Kaltenbach-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Kaltenbach.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Am 14.April machten sich Mitglieder und G\u00e4ste der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) nach Kaltenbach auf, um an der Grenze zwischen Mark und Berg die Spuren des fr\u00fcher intensiven Bergbaus zu besichtigen.<\/p>\n<p align=\"left\">Bei trockenem Wetter ging es nach einem Einf\u00fchrungsvortrag unter der F\u00fchrung des alteingesessenen Hans Otto M\u00fcller in den Schimmelhau. <!--more-->Hier konnten beim Aufstieg noch die Reste der gro\u00dfen Gruben besichtigt werden, die von dem fr\u00fcheren Abbau der Grube &#8222;15 L\u00f6wenpf\u00e4hle&#8220; noch geblieben sind. Diese Grube hatte der Landwirt Peter Kauert 1710 mit einigen Konsorten wieder in Betrieb genommen, nachdem sie mehr als 50 Jahre stillgelegt und damit wieder frei geworden war. Es dauerte dann aber bittere neun Jahre, die ihn an den Rand des Ruins brachten, bis er in einem besonders trockenen Sommer tats\u00e4chlich auf betr\u00e4chtliche Mengen Eisenstein stie\u00df. Die Konsorten waren inzwischen mutlos geworden und wieder ausgeschieden. Auch Peter Kauert hatte sein letztes Rind verkauft, um Helfer bezahlen zu k\u00f6nnen. Im Sommer 1719 gab es eine lange anhaltende Hitze und der Wasserstand in der Grube fiel so tief, dass er die Eisenstein-Vorkommen entdecken und den folgenden Abbau vorbereiten konnte. Seine Rechte lie\u00df er sich durch die Kennzeichnung des Gebietes im Ober-Kaltenbach durch das Setzen von 15 Grenzpf\u00e4hlen, die mit einem L\u00f6wenkopf gekennzeichnet waren, vom Bergvogt best\u00e4tigen und sichern.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Haus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-138\" alt=\"Lambeck-Haus\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Haus-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Haus-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Haus.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Durch die Anlage einer gro\u00dfen Wasserkunst schuf er die Voraussetzungen zum Abbau. Die sog. Wasserkunst bestand aus einem 7m hohen Wasserrad am Kaltenbach, von dem aus \u00fcber lange Gest\u00e4nge dann die Pumpen zum Entw\u00e4ssern der Grube angetrieben wurden.<br \/>\nSolche Erfolge erzeugten nat\u00fcrlich Neid und so gab es \u00fcber viele Jahre Streit mit den Besitzern der Nachbargruben, die versuchten, in das Abbaugebiet des Peter Kauert durch heimlich vorgetriebene Stollen einzubrechen. Diese Streitigkeiten waren schwierig beizulegen, weil der Kaltenbach die alte Grenze zwischen den Grafschaften Mark und Berg darstellte und beide Herrschaften an den Gruben verdienen wollten.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus war Kauert durch die von ihm gef\u00f6rderte hohe Qualit\u00e4t und die beachtlichen Menge des Eisensteins in der Lage, die weitere Verarbeitung sowohl in einer eigenen H\u00fctte zu schmelzen, als auch die H\u00fctten von R\u00fcnderoth und Engelskirchen gegeneinander auszuspielen und so h\u00f6here Ertr\u00e4ge zu erzielen.<br \/>\nPeter Kauert hatte bis an sein Lebensende zahlreiche Klagen und Anordnungen abzuwehren. Er verstarb im M\u00e4rz 1750 und hinterlie\u00df seinen Kindern ein Verm\u00f6gen von 80.000 Reichsthalern und f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre eine weitere Ausbeute von rund 6.000 Rthl. pro Jahr. Die Streitigkeiten konnten erst 1786 in einem Vergleich zwischen den Erben Kauert und dem kurf\u00fcrstlichen Hof beigelegt werden. Welchen Reichtum dieser Nachla\u00df bedeutete, kann man daran erkennen, dass z.B. ein durchgehend besch\u00e4ftigter Handwerker einen Jahreslohn von ca. 80 Rthl. erzielte und 10 Zentner (500 kg) Kartoffeln etwa 8 Rhtl. kosteten.<br \/>\nBei der weiteren Wanderung im Schimmelhau wurden auch noch die Schmelzpl\u00e4tze der Erzh\u00fctten besucht, auf denen heute noch Schlackereste zu finden sind. Es wurde dabei auch auf die negativen Seiten dieser Ausbeutung hingewiesen. So gab es z.B. den jetzt frisch ergr\u00fcnenden Wald damals nicht, denn der war in weitem Umkreis abgeholzt, um Holzkohle f\u00fcr die Verh\u00fcttung zu gewinnen. Auf dem R\u00fcckweg wurde bei den heute teilw. noch vorhandenen Schl\u00e4mmteichen erkl\u00e4rt, dass es fr\u00fcher oft gro\u00dfe Probleme gab, wenn der Kaltenbach den ausgesp\u00fclten Schlamm in die Agger transportierte und dies zu Fischsterben und weiteren Problemen f\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Keller1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-140\" alt=\"Lambeck-Keller\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Keller1-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Keller1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Lambeck-Keller1.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Zum Ausklang dieser h\u00f6chst interessanten Geschichtswanderung gab es dann noch ein Kaffeetrinken im Gew\u00f6lbekeller des sch\u00f6nen alten Fachwerkhauses, in dem der fr\u00fchere R\u00fcnderother B\u00fcrgermeister Heinrich Lambeck in seiner Amtszeit (1817-1841) seinen Amtssitz hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\">(Dieter Forst, Fotos BGV)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 14.April machten sich Mitglieder und G\u00e4ste der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) nach Kaltenbach auf, um an der Grenze zwischen Mark und Berg die Spuren des fr\u00fcher intensiven Bergbaus zu besichtigen. 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