{"id":543,"date":"2006-03-31T15:06:00","date_gmt":"2006-03-31T13:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/bgv-oberberg.de\/wordpress\/?p=543"},"modified":"2013-03-18T15:09:39","modified_gmt":"2013-03-18T13:09:39","slug":"875-jahre-numbrecht-wiehl-und-waldbrol-ein-aktueller-gedenktermin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=543","title":{"rendered":"875 Jahre N\u00fcmbrecht, Wiehl und Waldbr\u00f6l &#8211; ein aktueller Gedenktermin"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Textstelle1131.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-544\" alt=\"Textstelle1131\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Textstelle1131-300x127.jpg\" width=\"300\" height=\"127\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Textstelle1131-300x127.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Textstelle1131.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>Eine nicht allt\u00e4gliche Urkunde und ihre Entstehung.<\/strong><\/p>\n<p>In diesen Tagen richtet sich der Blick mancher Heimatvereine und B\u00fcrgermeister auch im Rechtsrheinischen entlang Sieg und Agger wieder auf ein Datum, das &#8211; inzwischen 875 Jahre zur\u00fcckliegend &#8211; ihren Ort zum ersten Mal nachweislich in die Annalen der Geschichte bringt. Gemeint sind die das Gedenken und die Ortserinnerung befl\u00fcgelnden Ersterw\u00e4hnungen in einer auf den 31.M\u00e4rz 1131 datierten und gl\u00fccklich \u00fcber die Zeiten geretteten Papsturkunde des fr\u00fchen 12. Jh,, die w\u00e4hrend eines politisch motivierten Aufenthalts des Kirchenoberhaupts an jenem Tag in L\u00fcttich ausgestellt wurde.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fcnze23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-545\" alt=\"M\u00fcnze23\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fcnze23-300x216.jpg\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fcnze23-300x216.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fcnze23.jpg 391w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Sie best\u00e4tigte dem seit lange im Rheinland renommierten Bonner Stift St.Cassius und Florentius, an dessen Unterst\u00fctzung w\u00e4hrend der damaligen Kirchenspaltung Innocenz II. u.a. gelegen war, in einer um Vollst\u00e4ndigkeit bem\u00fchten Zusammenstellung Einkunftsrechte an zahlreichen weit verstreuten Kirchen und H\u00f6fen rund um Bonn bis weit in die Eifel und ins Rechtsrheinische hinein. Von diesen Eink\u00fcnften, von Schenkungen aus der Bev\u00f6lkerung und dem ins Stiftsverm\u00f6gen eingebrachtem Besitz lebte die Gemeinschaft der Kanoniker, die derzeitigem Wissen nach keine Missionst\u00e4tigkeit betrieb, so dass sie auch f\u00fcr die Gr\u00fcndung unserer Kirchen als Mutterkirche vermutlich nicht in Frage kommt. Im vorliegenden Zusammenhang nicht unwichtig, dass dieses Stift aus Weltgeistlichen, das sich ca. um 800 aus einer community rund um eine fr\u00fchmittelalterliche Grabkirche f\u00fcr die im 3. Jh get\u00f6teten christlichen M\u00e4rtyrer Cassius und Florentius unter dem Einflu\u00df des K\u00f6lner Erzbischofs herausgebildet hatte, nur kurz im Genu\u00df vieler dieser Besitzungen gerade auch im Rechtsrheinischen verblieb. Den Kontakt in die entlegenen und nur m\u00fchsam erreichbaren Randgebiete aufrecht zu erhalten d\u00fcrfte in jenen Tagen sehr m\u00fchsam und schwierig gewesen sein. Die Verluste, hei\u00dft es in der bisher umfangreichsten Untersuchung zur Geschichte des Stifts von Dietrich H\u00f6roldt in den Bonner Geschichtsbl\u00e4ttern von 1957 (Bonner Geschichtsbl\u00e4tter Bd. XI) \u00fcberwogen die Neuerwerbungen bereits in der fraglichen Zeit des 12.Jh.<\/p>\n<p>\u00dcber die Zeitverh\u00e4ltnisse<\/p>\n<p>Werfen wir einen Blick in die dramatische Zeit. Neun Jahre waren seit dem bedeutsamen Wormser Konkordat (1122) vergangen, das durch seine kaiserlichen Konzessionen ein Ende des im 11.Jh eskalierten Streits zwischen Kaisern und P\u00e4psten herbeigef\u00fchrt zu haben schien. Der drei Jahre sp\u00e4ter (1125) neu gew\u00e4hlte deutsche K\u00f6nig Lothar von Supplinburg (Kaiser ab 1133) forderte mehrfach eine Revision des Konkordats. In der Kirche standen sich traditionalistische und neureformerische, wesentlich aus Frankreich und der zisterzensischen Bewegung um Bernhard von Clairvaux stammende Str\u00f6mungen gegen\u00fcber, was sich 1130 in einer Spaltung der Kirche niederschlug. Der schlie\u00dflich obsiegenden modern reformerisch gesonnenen Partei des Innocenz (Papst seit 1130) stand die traditionalistische r\u00f6mische Partei um den Gegenpapst Anaklet II (Papst ebenfalls seit 1130) gegen\u00fcber, der zwar von den Wahlvorg\u00e4ngen her im besseren Recht stand, wie es hei\u00dft, dem man jedoch u.a. vorhielt, aus einer urspr\u00fcnglich j\u00fcdischen Familie zu stammen. 1131 begab sich Innocenz zu seinen Anh\u00e4ngern ins Rheinische, L\u00fcttich war damals Teil des Reiches und ein Zentrum von Niederlothringen, an dessen \u00f6stlichen R\u00e4ndern auch die hiesigen Gefilde mit ihren sich formierenden Territorien lagen. Er hoffte dort auf Unterst\u00fctzung. Dem in diplomatischen Auftr\u00e4gen vor seiner Papstzeit viel umhergekommenen Innocenz nutzten die Kontakte in den Westen und sicherten ihm ma\u00dfgebliche Unterst\u00fctzung. Lothar von Supplinburg. konnte ihn 1133 f\u00fcr kurze Zeit nach Rom zur\u00fcckf\u00fchren und erwirkte dabei u.a. die Kr\u00f6nung zum deutschen Kaiser. Erst der Tod Anaklets 1138 machte endg\u00fcltig den Weg nach Rom frei. (K.H.)<\/p>\n<p>Quellen in Sachen Kirchengeschichte u.a. Lexikon des Mittelalters. Zu Gerhard von Are, damaliger Propst des Stiftes vgl .http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gerhard_von_Are . \u00dcber den 1972 abgebrochenen ehemaligen Fronhof Leimersdorf des Cassiusstiftes und seine Geschichte (auch in Wiehl hatte das Stift 1131 einen solchen Hof) unterrichtet ein ausf\u00fchrlicher Artikel unter http:\/\/www.kreis.aw-online.de\/kvar\/VT\/hjb1974\/hjb1974.37.htm<\/p>\n<p>Inhalt und Form unserer Urkunde von 1131 haben bei fr\u00fcheren Gelegenheiten u.a. Marion Geldmacher (vgl. Oberberg, Monatszeitschrift f\u00fcr den Oberbergischen Kreis 4. Jg 1982) und f\u00fcr den Bergischen Geschichtsverein , Abt. Oberberg e.V. sein ehemaliger 2.Vorsitzender Klaus Pampus im Zusammenhang der Publikation der Urkunde (lat. und deutsche Fassung in: &#8222;Historische Urkunden aus dem Oberbergischen&#8220; , Blatt U1) dargestellt und den Hintergrund erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Einige Restexemplare der Urkunde sind z.Zt. (April 2006) noch \u00fcber die Buchhandlungen bzw. \u00fcber den Verein selbst zu beziehen. Eine Gesamt\u00fcbersicht der vom Verein publizierten historischen Urkunden und Karten bietet das Themenspecial &#8222;Karten und Urkunden&#8220;<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzung f\u00fcr Numismatiker und M\u00fcnzfreunde<\/p>\n<p>In diesem Geld<br \/>\nhatten die genannten Orte ihren Zehnten abzugeben, sofern es sich nicht wie lange \u00fcblich um Naturalabgaben handelte. Das Silberst\u00fcck wog um 1,4 gr<br \/>\nEs zeigt den Bischof mit Krummstab und Buch, darunter als Inschrift PIUS, auf der R\u00fcckseite stilisiertes Kirchengeb\u00e4ude. Zw\u00f6lf derartige Denare stellten die Recheneinheit Solidus dar, die als M\u00fcnzst\u00fcck nicht existierte. (A.R.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine nicht allt\u00e4gliche Urkunde und ihre Entstehung. In diesen Tagen richtet sich der Blick mancher Heimatvereine und B\u00fcrgermeister auch im Rechtsrheinischen entlang Sieg und Agger wieder auf ein Datum, das &#8211; inzwischen 875 Jahre zur\u00fcckliegend &#8211; ihren Ort zum ersten Mal nachweislich in die Annalen der Geschichte bringt. Gemeint sind die das Gedenken und die Ortserinnerung befl\u00fcgelnden Ersterw\u00e4hnungen in einer<span class=\"continue-reading\"> <a href=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=543\">&#8230; weiterlesen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-543","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/543","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=543"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/543\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":547,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/543\/revisions\/547"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=543"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=543"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=543"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}