{"id":691,"date":"2013-04-09T21:19:22","date_gmt":"2013-04-09T19:19:22","guid":{"rendered":"http:\/\/bgv-oberberg.de\/wordpress\/?p=691"},"modified":"2013-04-09T21:19:22","modified_gmt":"2013-04-09T19:19:22","slug":"wappenkunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=691","title":{"rendered":"Wappenkunde"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_692\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/berglowealtenbergausschnitt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-692\" class=\"size-full wp-image-692\" alt=\"Bergischer L\u00f6we, &quot;blau bewehrt, bezungt und gekr\u00f6nt&quot; (auf einem Wimpel im  Dom zu Altenberg )\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/berglowealtenbergausschnitt.jpg\" width=\"210\" height=\"250\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-692\" class=\"wp-caption-text\">Bergischer L\u00f6we, &#8222;blau bewehrt, bezungt und gekr\u00f6nt&#8220; (auf einem Wimpel im Dom zu Altenberg )<\/p><\/div>\n<p><strong>Heraldik, eine historische Hilfswissenschaft<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">Kleine Einf\u00fchrung von Dr. Alexander Rothkopf<\/span><\/p>\n<p><strong>Das Europa der Wappen. Anf\u00e4nge in den Tagen der Kreuzz\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Die Wappenkunst und die Wappenkunde sind ein europ\u00e4ische Erscheinung, die sich von Irland bis Polen und von Norwegen bis Sizilien findet. Sie geht in ihren Anf\u00e4ngen bis ins Mittelalter zur\u00fcck, als in den Kreuzz\u00fcgen Ritter aus aller Herren L\u00e4nder in weit entfernten Gegenden zusammentrafen und sich als Freund oder Feind und um des Ruhmes willen erkennbar machten.\u00a0<!--more--><br \/>\nAuch Ritter des Bergischen Landes zogen in den Orient. Einer von ihnen, Adolf III. von Berg, lie\u00df dabei, und zwar beim Zug nach Damiette in \u00c4gypten, 1218 sein Leben. Nach dem Verlust des Heiligen Landes 1291 zogen viele Ritter wieder in die Heimat zur\u00fcck, und das Wappenwesen verbreitete sich in ihren Heimatl\u00e4ndern. Was einst als Schmuck und Erkennungszeichen, angebracht an Schutz- und Angriffswaffen, begonnen hatte, wurde zum individuellen Zeichen, das fortan auf Besitztum, Burgen Grenzsteinen und Stiftungen prangte.<\/p>\n<p><strong>Verbreitung und Entwicklung der Wappenkunst bis in die Gegenwart<\/strong><\/p>\n<p>Anf\u00e4nglich dem Adel vorbehalten, erwarben Wappen bald auch B\u00fcrger in den St\u00e4dten, sogar die St\u00e4dte selbst als juristische Personen, die Vertr\u00e4ge schlie\u00dfen konnten und ihren Besitz kennzeichnen wollten. Patrizier, Kaufherren und Gelehrte erhielten Adelsbriefe, in denen ihnen ob ihrer Verdienste oder gegen eine entsprechende Zahlung vom Landesherrn oder gar vom Kaiser ein Wappen verliehen wurde. Dem freien Mann und selbst dem Bauern war es erlaubt, ein Wappen anzunehmen, wenn er sich an die Regeln der Wappenkunst hielt. Die Wappenkunst samt ihren Regeln entwickelte sich \u00fcber die Jahrhunderte und bildete dabei ein schwer \u00fcberschaubares Regelwerk mit einer eigenen Fachsprache aus.<br \/>\nHeute begegnen uns Wappen am ehesten noch als staatliche oder kommunale Hoheitszeichen. Die meisten B\u00fcrger kennen ihr Stadt- oder Gemeindewappen. Welch interessanten historischen Aussagen sich oft dahinter verbergen, entdeckt aber meist erst derjenige, der die historische Herleitung nachvollzieht.<br \/>\nMit der Gr\u00fcndung der Bundesrepublik wurden neue L\u00e4nder geschaffen, die vielfach auch neue Landeswappen erhielten, die zumeist auf den Wappen historischer Territorien beruhen, die sie umfassen.<\/p>\n<p><strong>Vom \u00dcberleben der alten Wappen an Geb\u00e4uden und Grabsteinen<\/strong><\/p>\n<p>Das bedeutete f\u00fcr unser NRW die Zusammenlegung eines Teils der alten preussischen Rheinprovinz mit Westfalen und dem F\u00fcrstentum Lippe. Gro\u00dfe historische Territorien waren allerdings schon von der Landkarte verschwunden vor dem Beginn des deutschen Reiches unter preu\u00dfischer Herrschaft. Ihr Andenken lebt nur noch in kommunalen Wappen fort. Im Rheinland gilt das f\u00fcr das Herzogtum J\u00fclich-Berg, den geistlichen Kurstaat K\u00f6ln und noch viele andere, oft kleinere Territorien, welche die Geschichte ausgel\u00f6scht hat. Entsprechend sind f\u00fcr das Oberbergische die Herrschaft Gimborn-Neustadt, die Grafschaften Mark und Sayn- Homburg zu nennen.<br \/>\nAn ihren Residenzen, die sie hinterlassen haben , also Schlo\u00df Gimborn und Schlo\u00df Homburg, entdecken wir im Mauerwerk noch Wappensteine der einstigen Herren. Ebenso entdecken wir sie an Grabm\u00e4lern in der Kirche zu Gimborn wie auch in N\u00fcmbrecht. Auch die nicht souver\u00e4nen Grafen von Nesselrode schm\u00fcckten das Portal ihres Schlosses in Ehreshoven mit ihrem Wappen , \u00e4hnlich die Freiherren von F\u00fcrstenberg am Eingang von Schlo\u00df Heiligenhoven. Grabsteine, die den Verstorbenen ein ewiges Andenken gew\u00e4hren sollten, k\u00fcnden nicht nur von \u00c4mtern und Titeln, sondern \u2013 falls vorhanden \u2013 auch vom Wappen der ( im Oberbergischen nicht notwendig adeligen Familie) Familie , der Beamtenschaft oder den Meistbeerbten. So lehrt es uns etwa auch ein Gang \u00fcber ehemalige Kirchh\u00f6fe. Manche Platten sind heute transloziert, an die Kirchenwand gelehnt oder ins Innere verbracht. Drau\u00dfen hat das Wetter manchem Stein schon arg zugesetzt, wie z. B. Bei dem f\u00fcrstschwarzenbergischen Bergvogt und Obergerichtsassesor Johann Viebahn an der Kirche in Lieberhausen oder bei dem Handelsmann Wilhelm Pollmann an der Kirche zu M\u00fcllenbach. Das Familienwappen des letzteren ziert auch den Eingang des alten Vogteihauses zu Gummersbach, genannt die \u201eBurg\u201d und erbaut im Jahr 1700.<\/p>\n<p><strong>Wappen und St\u00e4dtepartnerschaften<\/strong><\/p>\n<p>Durch die St\u00e4dtepartnerschaften finden sich heute an den Ortseing\u00e4ngen oft Tafeln mit den Wappen der Partnergemeinden in ganz Europa. Da ist es sinnvoll, auch das eigene Wappen zu kennen.<br \/>\nNeun Gemeinden zeigen im Oberbergischen noch den roten L\u00f6wen des Hauses Berg: Blau bewehrt, bezungt und bekr\u00f6nt, wie es in der Fachsprache hei\u00dft. 3 spielen auf das m\u00e4rkische Wappen an den geschachten Balken, dreimal geteilt in rot und silber. Zwei zeigen die silberne Homburg auf rotem Grund und halten so die Erinnerung an die verschwundene Grafschaft wach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heraldik, eine historische Hilfswissenschaft Kleine Einf\u00fchrung von Dr. Alexander Rothkopf Das Europa der Wappen. 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