{"id":749,"date":"2013-04-09T22:42:22","date_gmt":"2013-04-09T20:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/bgv-oberberg.de\/wordpress\/?p=749"},"modified":"2013-04-09T22:42:38","modified_gmt":"2013-04-09T20:42:38","slug":"aufgespurt-und-nachgelesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=749","title":{"rendered":"Aufgesp\u00fcrt und nachgelesen"},"content":{"rendered":"<p><strong>200 Jahre Gro\u00dfherzogtum Berg (1806) und das Ende der feudalen Kleinstaaten<\/strong><br \/>\nvon Dr. Alexander Rothkopf, Vorsitzender der Abt. Oberberg<\/p>\n<p><a style=\"color: #0f3647; line-height: 24px;\" href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Muratdekret-Art.1-1806-red.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-750\" alt=\"Muratdekret Art.1 1806 red\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Muratdekret-Art.1-1806-red-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>In diesem erinnerungstr\u00e4chtigen Jahr k\u00f6nnen wir uns auch eines besonderen Datums aus der Regionalgeschichte erinnern: Es ist die Gr\u00fcndung des Herzogtums Berg unter Joachim Murat vor 200 Jahren. Sie bringt wenig sp\u00e4ter auch das Ende der drei reichsunmittelbaren Herrschaften auf oberbergischem Territorium.<\/p>\n<p>Betroffen waren in der Region die Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt sowie ebenfalls die Grafschaften Wildenburg und Sayn- Homburg.<br \/>\nMit Dekret vom 28. 3. 1806 wird allen bergischen Einwohnern erkl\u00e4rt, dass die Herrschaft gewechselt habe.\u00a0<!--more--><!--more--><\/p>\n<p>Der m\u00e4chtige Kaiser der Franzosen hatte seinem Schwager J. Murat, der in die kaiserliche Familie aufgenommen war und seitdem Joachim Napoleon hie\u00df, das ehemals unter pfalz-bayerischer Herrschaft stehende Land \u00fcbertragen. Daneben hatte es bereits fr\u00fcher Ver\u00e4nderungen gegeben. Zur fr\u00fcheren Herrschaft, d.h. dem Hause Wittelsbach, geh\u00f6rte ehemals noch das Herzogtum J\u00fclich. Dieses war aber seit 1794 schon franz\u00f6sisch besetzt, seit 1801 annektiert und der franz\u00f6sischen Republik einverleibt. Seine Einwohner waren nun franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrger.<\/p>\n<div id=\"attachment_751\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/www.bgv-oberberg1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-751\" class=\"size-thumbnail wp-image-751\" alt=\"Erinnerung an die Wittelsbacher in D\u00fcsseldorf: Statue mit Jan Wellem vor dem Rathaus \" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/www.bgv-oberberg1-150x150.jpeg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-751\" class=\"wp-caption-text\">Erinnerung an die Wittelsbacher in D\u00fcsseldorf: Statue mit Jan Wellem vor dem Rathaus<\/p><\/div>\n<p><strong>Das Entstehen eines strategisch wichtigen Pufferstaates auf dem rechten Rheinufer<\/strong><br \/>\nDer siegreiche erste Konsul Napoleon kann infolge seiner Siege den Besiegten gegen\u00fcber nun seine Ideen durchsetzen und dazu geh\u00f6rt auch die Errichtung eines Pufferstaates auf dem rechten Rheinufer, der Frankreich von der \u00f6stlichen Gro\u00dfmacht Preu\u00dfen trennen sollte. Preu\u00dfen hatte sich 1805 klug abseits gehalten, als der mittlerweile aus eigener Machtf\u00fclle zum Kaiser der Franzosen aufgestiegene Napoleon in der Drei- Kaiser-Schlacht von Austerlitz die Gegner \u00d6sterreich und Russland bezwang. Es folgen auf dem eingeschlagenen Weg weitere Umw\u00e4lzungen: Bayern tritt Berg ab, sp\u00e4ter gibt Preu\u00dfen Kleve dazu und fertig ist ein passables Territorium. Es geht an den treuen alten Mitstreiter und Verwandten Murat , der nach einer Belohnung lechzt und neben dem die ehrgeizige Schwester des Kaisers, Karoline, steht.<\/p>\n<div id=\"attachment_752\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Leisering-Westeuropa-1804-1815-S.88f.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-752\" class=\"size-thumbnail wp-image-752\" alt=\" Kartenausschnitt aus &quot;Europa zur Zeit Napoleons 1804-1815&quot; In: Leisering (Hg.) Hist.Weltatlas , Cornelsen Verlag 2004\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Leisering-Westeuropa-1804-1815-S.88f-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-752\" class=\"wp-caption-text\">Kartenausschnitt aus &#8222;Europa zur Zeit Napoleons 1804-1815&#8220; In: Leisering (Hg.) Hist.Weltatlas , Cornelsen Verlag 2004<\/p><\/div>\n<p>Die diplomatischen R\u00e4nke sind grotesk. Eigentlich hat Napoleon zugestanden, dass er Berg an einen deutschen Reichsf\u00fcrst geben kann. Dar\u00fcber setzt er sich hinweg und \u00fcbergeht diese anf\u00e4ngliche Klausel, indem er &#8222;den F\u00fcrsten Joachim&#8220; begl\u00fcckt. Als Reitergeneral ist dieser zwar nicht gerade ein Fachmann f\u00fcr Staatsverwaltung und Reformpolitik, wie sie dem Kaiser vorschweben, der ihm deshalb Fachminister aus Paris zugesellt, die ihn beraten, aber ebenso kontrollieren sollen. Denn alle Verwandten, die er auf Throne setzt, sind eigentlich seine Statthalter, Vertreter franz\u00f6sischer Interessen.<\/p>\n<p>Die neue bergische Verwaltung. Murats Expansionsgel\u00fcste.<br \/>\nIn Berg kann sich der neue Regent, der am 24.3.1806 in seine neue Hauptstadt D\u00fcsseldorf einzieht, neben den franz\u00f6sischen Beratern auch auf bew\u00e4hrte Beamte des vorigen Regimes st\u00fctzen. Es sind Fachleute, die das Land und seine Institutionen kennen. Sie sind den eindringenden franz\u00f6sischen Ideen von Umgestaltung nicht abgeneigt oder unterwerfen sich den neuen Machtverh\u00e4ltnissen. Am 15. 3 waren sie vom Treueeid gegen K\u00f6nig Max von Bayern in M\u00fcnchen entbunden worden.<\/p>\n<div id=\"attachment_753\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/www.bgv-oberberg2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-753\" class=\"size-thumbnail wp-image-753\" alt=\"M\u00fcnze mit Joachim Murat, Herzog zu Berg und Cleve \" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/www.bgv-oberberg2-150x150.jpeg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-753\" class=\"wp-caption-text\">M\u00fcnze mit Joachim Murat, Herzog zu Berg und Cleve<\/p><\/div>\n<p>Die folgenden zwei Jahre nutzt Murat, um Macht, Einfu\u00df und Einkommen st\u00e4ndig zu erweitern. Mit dem anf\u00e4nglichen Herrschaftsbereich war er n\u00e4mlich unzufrieden. Auch nach Ansicht seiner Frau hatten andere besser abgeschnitten. Immerhin waren ja drei neue K\u00f6nigreiche entstanden, in Holland f\u00fcr den Kaiserbruder Louis und f\u00fcr die Verb\u00fcndeten in Bayern und W\u00fcrttemberg. Das Erweitern und Arrondieren nahm gleich von Anfang an seinen Lauf, wie die Besitzergreifung der an Berg angrenzenden kleinen Herrschaften zeigt, die am 28.3.06 befohlen wurde. Der Erwerb von Berg, von dem sich Bayern trennen konnte, bedeutete ja keineswegs, dass die Anrainer gleich mit kassiert werden konnten. Murat konnte zu seiner Entschuldigung &#8211; die keiner von ihm verlangte &#8211; allenfalls vorbringen, dass Bayern es mit seinen Anrainern ebenso machte. Der Habsucht waren unter dem Schlagwort Mediatisierung und S\u00e4kularisation alle Tore ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<div id=\"attachment_754\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Wallmoden-in-Rom-A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-754\" class=\"size-thumbnail wp-image-754\" alt=\"Graf Johann Ludwig von Wallmoden in Rom (Ausschnitt) \" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Wallmoden-in-Rom-A-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-754\" class=\"wp-caption-text\">Graf Johann Ludwig von Wallmoden in Rom (Ausschnitt)<\/p><\/div>\n<p>Jemand, der unter diesen Zeitumst\u00e4nden besonders zu leiden hatte, war Graf Johann Ludwig von Wallmoden, der sein Land Gimborn-Neustadt verlor und nur \u00fcber den preu\u00dfischen Gesandten Lucchesini in Paris zu protestieren versuchte. Dieser Gesandte hatte aber noch heiklere Probleme zu bearbeiten wie die Annexion der Stifte Essen, Werden und Elten, die erst k\u00fcrzlich zu Preu\u00dfen gekommen waren und nun Murat zur weiteren Abrundung seines Staates dienen sollten. Beinahe w\u00e4re es dar\u00fcber zum Krieg gekommen.. Nat\u00fcrlich dr\u00e4ngte ihn der Schwager dazu, nicht zu viel zu wagen, aber auch seine Verpflichtungen zu erf\u00fcllen, die in der Gestellung von Soldaten f\u00fcr die Milit\u00e4rmaschine des Kaisers bestand, der unentwegt weiter focht. Das kostete auch Geld und dieses wurde in Paris auch aus dem Vasallenstaat am Rhein erwartet.<\/p>\n<p>Nach Paris konnte Murat immer wieder schreiben, die Erweiterungen seien der Wunsch der Bev\u00f6lkerung und tats\u00e4chlich waren es besonders die Industriellen , die sich m\u00f6glichst keine Zollschranken w\u00fcnschten, damit die Kohle von der Ruhr ungehindert zu den bergischen H\u00fctten und H\u00e4mmern kommen konnte. Darum w\u00e4re eben auch am besten noch die preu\u00dfische Grafschaft Mark mit dem neuen Staat vereinigt worden. Wie es denn auch kam.<\/p>\n<p>Dieser durfte sich ab 17.7.1806 im Rahmen des Rheinbundes Gro\u00dfherzogtum nennen. Damit war sein Regent eine k\u00f6nigliche Hoheit, wovon Murat schon zu Beginn getr\u00e4umt hatte. Zwei Jahre sp\u00e4ter hatte dann Napoleon mit seinem Schwager noch etwas anderes vor, er setzte ihn auf einen richtigen K\u00f6nigsthron in Neapel, wo bis dahin sein \u00e4lterer Bruder Josef sein Statthalter gewesen war. Nun ben\u00f6tigte er den aber auf dem spanischen Thron, da sich in Spanien hartn\u00e4ckiger Widerstand gegen die franz\u00f6sische Einmischung regte.<\/p>\n<p>Die Zeit nach Murat<br \/>\nNapoleon \u00fcbernahm anschlie\u00dfend in Berg die Herrschaft selbst und beschenkte das Land nochmals mit einem kaiserlichen Repr\u00e4sentanten, dem dreij\u00e4hrigen Neffen Louis Napoleon, dem Sohn seines Bruders, des K\u00f6nigs von Holland und seiner Stieftochter Hortense. Diese staatsrechtliche Regelung dauerte f\u00fcnf Jahre, bis das Gro\u00dfherzogtum mit dem Machtverfall seines Sch\u00f6pfers auch zusammenbrach und die Sieger sich an eine Neuverteilung machten. Murat fand nach gl\u00e4nzendem Aufstieg auf den Wogen der Revolution, wo er auf Parlamentarier in Paris, Mamelukken in \u00c4gypten, p\u00e4pstliche Garden und Kosaken geschossen hatte, ein trauriges Ende. Seine hitzige Abenteurernatur verspielte alles, so dass die Sieger von 1815 ihn am Strand von Kalabrien erschie\u00dfen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Das zwiesp\u00e4ltige Urteil der Geschichte<br \/>\nOb das franz\u00f6sische Regime den Ansto\u00df zur Entwicklung eines modernen Staatswesens gegeben hat, ob wirklich dauerhafte Vorteile f\u00fcr das Land und seine Menschen dabei herausgekommen sind, ist eine politische bzw. geschichtsphilosophische Frage. Es wurde vieles zerst\u00f6rt und beseitigt, der Staat trat seither besser organisiert, fordernder und beherrschender in das Leben der Menschen. Zum System Napoleons geh\u00f6rten nicht nur ein b\u00fcrgerliches Gesetzbuch, die Handelskammer und die neue Prozessordnung, sondern auch die Geheimpolizei, Gesinnungsschn\u00fcffelei, Presseunterdr\u00fcckung, Unterwerfung der Wirtschaft unter kriegerische Ziele. Die Keime also zur Entwicklung eines totalit\u00e4ren Staates, der dem Gr\u00f6\u00dfenwahn eines Egomanen unterworfen war, wurden ebenso gepflanzt. Aus Charles Schmidt, Das Gro\u00dfherzogtum Berg 1806-1813, herausgegeben 1999 in deutscher \u00dcbersetzung und kommentiert durch den BGV, sei zitiert : &#8222;Napoleon dachte nicht daran eine Herrschaftsordnung der freien Diskussion heimisch zu machen, nachdem er eine solche in Frankreich beseitigt hatte&#8220; (BGV Oberberg 2006\/1)<\/p>\n<p><strong>Zur Geschichte, Typologie und Aktualit\u00e4t der Medaille<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Medaillenvortrag-050918-4-Medaillen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-755\" alt=\"Medaillenvortrag 050918 4 Medaillen\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Medaillenvortrag-050918-4-Medaillen-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>(Bericht \u00fcber den Vortragsabend &#8222;Geschichte in Metall&#8220; am 14.9.2005 mit Herrn Thomas Lautz, Leiter der Geldgeschichtlichen Sammlung der KSK K\u00f6ln, A.R.)<\/p>\n<p><em>Zur Unterscheidung von M\u00fcnze und Medaille<\/em><br \/>\nIm weitesten Sinn geh\u00f6rt die Medaille in den Bereich der Numismatik, der historischen Hilfswissenschaft der M\u00fcnzkunde. M\u00fcnze und Medaille unterscheiden sich darin, dass letztere kein Geldst\u00fcck mit aufgepr\u00e4gtem Wert ist, eher ein metallenes Erinnerungszeichen in k\u00fcnstlerischer Gestaltung. (vgl hierzu auch unsern Artikel im Themenspecial)<\/p>\n<p><em>Zur Geschichte der Medaille<\/em><br \/>\nSchon im Altertum lie\u00dfen die r\u00f6mischen Kaiser bronzene St\u00fccke herausbringen, die an Gr\u00f6\u00dfe die g\u00e4ngige M\u00fcnze \u00fcberragten. Diese Kunst der Reliefdarstellung in Metall verschwand mit der antiken Kultur bei deren Untergang in der V\u00f6lkerwanderungszeit. Erst beim Wiederaufleben der Kunst in der Zeit der Renaissance im Italien des 15. Jahrhundert wagten sich K\u00fcnstler wieder an den Bronzeguss und schufen Portraitst\u00fccke ihrer F\u00fcrsten, Dichter , K\u00fcnstlerkollegen oder von Kirchenm\u00e4nnern. Dieser Stil und die Entdeckung des Individuums wanderten sp\u00e4ter nordw\u00e4rts ins hl. r\u00f6m. Reich dt. Nation, wo im 16. Jahrhundert der Kaiser und die Angeh\u00f6rigen seines Hauses zu den Dargestellten erster deutscher Medaillen geh\u00f6rten.<br \/>\nPr\u00e4chtige St\u00fccke in Silber und Gold wanderten als Geschenke, Ehrengaben und Auszeichnungen in die Kabinette deutscher F\u00fcrsten, die bald auch nicht mehr nachstehen wollten und sich in \u00e4hnlicher Weise verewigen lie\u00dfen.<\/p>\n<p><em>Zur Typologie ,Technik und Stilgeschichte der Medaille.<\/em><br \/>\nDie Kunstgeschichte hat bei der F\u00fclle des Materials eine Systematik erstellt, um Anl\u00e4sse, Formen, Zweck und Typen zu unterscheiden. So spricht man von Personenmedaillen, Ereignismedaillen, Jubil\u00e4umsmedaillen, Preismedaillen, im schulischen Bereich von Flei\u00dfmedaillen, Werbemedaillen, im kirchlichen Bereich von Tauf-, Firmungs- und Ehemedaillen wie auch von Schutz- und Wallfahrtsmedaillen. Die Produzenten, Verleger und K\u00fcnstler sorgten f\u00fcr m\u00f6glichst gro\u00dfen Absatz ihrer Produkte beim zahlenden Publikum.<\/p>\n<p>Darum nimmt es nicht Wunder , dass sie sogar Medaillen auf ihr eigenes Gewerbe herausgaben. Auf ihnen wird die Technik der Herstellung dargestellt in Guss oder Pr\u00e4gung wie auch die dazugeh\u00f6renden Maschinen und Erfindungen.<\/p>\n<p>Frei von Zwecken und Propaganda, hat sich die Kunstmedaille etabliert als ein Kleinkunstwerk der Bildhauerei. Die Kunststile der Neuzeit haben sich darin niedergeschlagen bis in die neueste Zeit und in die zunehmende Abstraktion. Der originelle Entwurf, die gekonnte Verarbeitung eines Themas, meisterhafte Umsetzung zeichnen auch bisweilen moderne Arbeiten als Qualit\u00e4tsmerkmale aus. Geschichtliche Aspekte offenbaren sich auch, wenn gleiche Motive in der Medaille durch Jahrhunderte zu verfolgen sind. Der politische Spott, die Satire, Krieg und Frieden, aber auch das Wachsen und Gedeihen von St\u00e4dten.<\/p>\n<p><em>Der Gewinn des Abends<\/em><br \/>\nNeben der gro\u00dfen F\u00fclle von St\u00fccken, die im Lichtbild gezeigt wurden, gab es auch eine kleine Ausstellung von Originalen. Da spielte &#8211; was h\u00e4tte n\u00e4her gelegen &#8211; in der Pr\u00e4sentation des Abends auch K\u00f6ln ,die alte R\u00f6merstadt am Rhein, und ihre Medaillengeschichte eine wichtige Rolle. Es waren die Medaillen der Kurf\u00fcrsten zu sehen, die der Preu\u00dfischen K\u00f6nige, die im 19. Jahrhundert die Vollendung des Domes f\u00f6rderten, der auch im Medaillenbild seiner Vollendung entgegen wuchs.<\/p>\n<p>Der kleine Kreis der Zuh\u00f6rer aus Vereinsmitgliedern und G\u00e4sten konnte in zwei interessanten Stunden ein erstes Gesp\u00fcr entwickeln f\u00fcr Qualit\u00e4t und Kunstfertigkeit, die damals wie heute bei weitem nicht \u00fcberall zu finden sind . Heute kann der sch\u00f6pferische Vorgang bereits an den Computer abgegeben werden, was dem Endprodukt nicht immer nutzt. Wenn also in Zukunft Verantwortliche im Bergischen bei Vereinen, St\u00e4dten, Kirchen oder Kommunen ein w\u00fcrdiges Erinnerungszeichen setzen wollen, sollten sie vor allem auch an eine in k\u00fcnstlerischer Hinsicht qualit\u00e4tvolle Medaille denken.<br \/>\nDas war die Botschaft des Vortragenden, der zum Schluss noch einlud zur kommenden Wechselausstellung in den R\u00e4umen der KSK- Sammlung, die ab dem 19.10.05 der Medaille im Napoleonischen Zeitalter gewidmet sein wird.<br \/>\nTausendjahrfeier der Rheinlande vor 80 Jahren (1925-925)<\/p>\n<p>(Kurzfassung des Vortrags auf der Jahreshauptversammlung der Abteilung am 9.4.2005, vgl. Aktuelles )<\/p>\n<p>Im Vorfeld unseres 75-j\u00e4hrigen Vereinsjubil\u00e4ums 1999 war viel die Rede von geschichtlicher R\u00fcckbesinnung. Dabei geriet auch das Jahr 1925 ins Blickfeld, war doch auch unsere Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins mit den Kreisgruppen Gummersbach und Waldbr\u00f6l kurz zuvor gegr\u00fcndet worden. Es war die Tausendjahrfeier der Rheinlande, die damals ihre Schatten vorauswarf. Unter den Dokumenten aus jener Zeit fand sich auch die Einladung des Bergischen Geschichtsvereins aus Elberfeld zur &#8222;Jahrtausendfeier des Bergischen Landes&#8220; am 23.5.1925. Sollte etwa das Bergische Land auch schon auf eine tausendj\u00e4hrige Geschichte zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen? Dabei stammten doch die ersten Nachrichten von einem Grafengeschlecht von Berg erst aus dem 11.Jahrhundert. Hier musste es sich um etwas Anderes handeln und das war es wert zu erforschen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis lautete: Auch im Bergischen Land schloss man sich den allgemeinen Feiern an, die in der Rheinprovinz von Aachen, Bonn bis K\u00f6ln abgehalten wurden und als ein nationales Fest mit viel Unterst\u00fctzung von Prominenz und Regierungen begangen wurde. Ein ziemlich unbekanntes Datum, das Jahr 925, wurde dabei \u00fcberh\u00f6ht und ausgedeutet, damit es einen Bezug zur Gegenwart erhalten sollte, und diese war gepr\u00e4gt von der Furcht, dass die Franzosen als Besatzungsmacht nach dem verlorenen ersten Weltkrieg das Rheinland oder die Rheinprovinz als Pufferstaat vom Deutschen Reich abtrennen k\u00f6nnten.<\/p>\n<div id=\"attachment_756\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/1925-Rheinlandmedaille-red.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-756\" class=\"size-thumbnail wp-image-756\" alt=\"Pro Memoria\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/1925-Rheinlandmedaille-red-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-756\" class=\"wp-caption-text\">Pro Memoria<\/p><\/div>\n<p>In dieser Situation, wo nach anf\u00e4nglichen Zuspitzungen (Ruhrkampf) sich der R\u00fcckzug der Besatzer andeutete, schien eine Demonstration willkommen, die zeigen sollte, wie wenig mit einer Integration der neuen Provinz zu rechnen sei und dass diese durch ein Jahrtausend immer ihren Platz im Deutschen Reich gehabt hatte, geradezu ein kultureller deutscher Mittelpunkt war, der in alle Himmelsrichtungen von Ostpreu\u00dfen bis Siebenb\u00fcrgen ausgestrahlt hatte.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">Was war aber wirklich 925 losgewesen? Der Adel und insbesondere die Bisch\u00f6fe von Mainz, K\u00f6ln und Trier hatten sich dem neuen ostfr\u00e4nkischen K\u00f6nig, Heinrich I. aus Sachsen unterstellt und die Bande zum westfr\u00e4nkischen Reich gelockert, dem sie zuvor verbunden waren, m\u00f6glicherweise weil sie von dieser Seite kr\u00e4ftigeren Schutz gegen all die fremden Bedrohungen erhofften, sei es in Form schweifender Normannenkrieger, sei es vor den pl\u00fcndemden Scharen wandernder Ungarnst\u00e4mme.<\/span><\/p>\n<p>G\u00fcnstig erwies sich in dieser Situation, dass es auch Daten der engeren Landesgeschichte gab, die sich mit den allgemeinen Feiern verbinden lassen konnten. Das war vor allem der 700. Todestag des Erzbischofs Engelbert von K\u00f6ln, Graf von Berg, ermordet 1225 bei Gevelsberg von einem Verwandten. Er wurde in die Reichsgeschichte einbezogen, als K\u00e4mpfer f\u00fcr Gerechtigkeit und Reichseinheit, also auch wieder mit einem Bezug zur Gegenwart versehen.<\/p>\n<p>Und nicht zuletzt lie\u00df sich vor Ort das Datum noch zus\u00e4tzlich verbinden mit der Feier zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen des Kreises Gummersbach. Auch hier legte man Wert auf ein Bekenntnis zum Reich. Das geschah aber mehr mit modernen Argumenten, n\u00e4mlich der Verbundenheit der hiesigen Industrie mit der Industrie im Reich: Geben und nehmen, gegenseitiges Angewiesensein lasse keine Trennung zu! Verglichen damit lagen die Begebenheiten des Jahres 925 in weiter Ferne und sie mussten vielen Zeitgenossen erst einmal umst\u00e4ndlich bewusst gemacht werden, wozu damals eine F\u00fclle historischer Schriften erschien. Ihre Beschw\u00f6rung war gegen\u00fcber den Besatzern weniger verf\u00e4nglich als eine barsche Verabschiedung und verbale \u00c4u\u00dferung anderer Art es gewesen w\u00e4re. Ein Rauswurf war machtpolitisch sowieso nicht m\u00f6glich. Es war eine Begleitmusik zu den laufenden Verhandlungen, an denen auch ein Festredner der K\u00f6lner Feier wesentlichen Anteil hatte, n\u00e4mlich Au\u00dfenminister Dr. G. Stresemann, der im folgenden Jahr wegen seiner ausgleichenden Verhandlungen mit Frankreich den Friedensnobelpreis erhielt. 1926 konnte Reichspr\u00e4sident Hindenburg pers\u00f6nlich zur Befreiungsfeier der Rheinlande kommen, denn nun verlie\u00dfen auch die Engl\u00e4nder die K\u00f6lner Zone, die ihr Besatzungsgebiet seit 1918 gewesen war. Der v\u00f6llige R\u00fcckzug aus Deutschland war aber erst 1930 vollzogen, als sich die Franzosen auch aus den Gebieten am Mittelrhein verabschiedeten. Dazu kam Hindenburg nach Koblenz, wo im Angesicht des Deutschen Ecks eine Feier zur endg\u00fcltigen Befreiung von Rhein und Pfalz zelebriert wurde. A.R.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>200 Jahre Gro\u00dfherzogtum Berg (1806) und das Ende der feudalen Kleinstaaten von Dr. Alexander Rothkopf, Vorsitzender der Abt. Oberberg In diesem erinnerungstr\u00e4chtigen Jahr k\u00f6nnen wir uns auch eines besonderen Datums aus der Regionalgeschichte erinnern: Es ist die Gr\u00fcndung des Herzogtums Berg unter Joachim Murat vor 200 Jahren. Sie bringt wenig sp\u00e4ter auch das Ende der drei reichsunmittelbaren Herrschaften auf oberbergischem<span class=\"continue-reading\"> <a href=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=749\">&#8230; weiterlesen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-749","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-themenspecial-a-z"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/749","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=749"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/749\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":758,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/749\/revisions\/758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=749"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=749"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=749"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}