{"id":98,"date":"2012-08-20T22:25:29","date_gmt":"2012-08-20T20:25:29","guid":{"rendered":"http:\/\/bgv-oberberg.de\/wordpress\/?p=98"},"modified":"2013-05-07T11:01:38","modified_gmt":"2013-05-07T09:01:38","slug":"reise-in-die-bergische-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=98","title":{"rendered":"Reise in die bergische Vergangenheit"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-99\" alt=\"M\u00fclheim\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim-624x467.jpg 624w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim.jpg 730w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die letzte Reise der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) in diesem Jahr ging am 18.Aug. bei tropischen Temperaturen mit der Eisenbahn nach K\u00f6ln-M\u00fclheim, eine der alten bergischen St\u00e4dte mit bedeutender Vergangenheit.<br \/>\nDie F\u00fchrung startete am modern \u00f6den Wiener Platz, f\u00fchrte dann zur Regentenstra\u00dfe, wo sich 1818 die drei Monarchen Friedrich Wilhelm III. von Preu\u00dfen, der russische Zar Alexander und Kaiser Franz II. von \u00d6sterreich getroffen haben. Hier steht auch die Kirche St. Maria Himmelfahrt (heute Liebfrauenkirche), 1857 erbaut von Ernst Friedrich Zwirner, einem ehemaligen protestantischen Dombaumeister.<!--more--><\/p>\n<p>Am Rheinufer kam man zur Clemenskirche. Erbaut in der Zeit von 1200-1220 war sie f\u00fcr Jahrhunderte die einzige M\u00fclheimer Kirche. Sie ist dem Patron der Fischer und Schiffer geweiht und ist Ausgangs- und Endpunkt der &#8222;M\u00fclheimer Gottestracht&#8220;, der gro\u00dfen Fronleichnams-Schiffsprozession. Diese geht zur\u00fcck auf einen historischen Diebstahl von Kirchensch\u00e4tzen. Der fl\u00fcchtende Dieb kam aber nur bis zur Mitte des Rheins. Hier wurde auf wundersame Weise sein Schiff gebremst, so dass die M\u00fclheimer Schiffer den Dieb schnappen und die Hostien, die den Leib Gottes symbolisieren, wieder in die Kirche tragen konnten (Gottestracht = Gott tragen). Die Gottestracht aus dem 16. Jahrhundert f\u00fchrt auch heute immer nur bis zur alten Grenze nach K\u00f6ln, dann geht es wieder zur\u00fcck.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-100\" alt=\"M\u00fclheim3\" src=\"http:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim3-300x186.jpg\" width=\"300\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim3-300x186.jpg 300w, https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/M\u00fclheim3.jpg 572w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Weiter ging es \u00fcber die M\u00fclheimer Freiheit, entlang gut erhaltener barocker Bauten. Der Name Freiheit bezog sich auf die Privilegien, die M\u00fclheim seit 1322 genoss, als Adolf VI. von Berg die ersten Stadtrechte verlieh. Es mussten keine staatlichen Steuern entrichtet werden und es gab ein eigenes M\u00fcnz- und Gerichtsrecht. Seit dieser Zeit bis zur franz\u00f6sischen Besetzung 1795 wurde M\u00fclheim durch die Grafen von Berg als Vorposten gegen K\u00f6ln benutzt und ausgebaut. Es machte K\u00f6ln Konkurrenz als Marktort und half z.B. rheinaufw\u00e4rts fahrenden Kaufleuten das K\u00f6lner Stapelrecht zu umgehen, indem die Schiffe im M\u00fclheimer Hafen entladen wurden und die Waren auf rechtsrheinischem Landwege um K\u00f6ln herumgef\u00fchrt wurden. Lange war die seit 1609 bestehende Religionsfreiheit ein wesentlicher Schritt zum wirtschaftlichen Aufschwung. Im Gegensatz zu K\u00f6ln durften sich hier alle Religionen niederlassen und Handel treiben. Dies f\u00fchrte nicht nur dazu, dass neue Einwohner nach M\u00fclheim kamen, sondern auch bedeutende Industrieansiedlungen von K\u00f6ln nach M\u00fclheim verlagert wurden. Die erste und eine der bedeutendsten war die Seidenfabrikation der protestantischen Familie Andreae, die 1714 aus K\u00f6ln vertrieben wurde.<br \/>\nIm weiteren Verlauf der Besichtigung konnte die sehr sch\u00f6n restaurierte Fassade der ehemaligen Remise der M\u00fclheimer Pferdebahn und der davor stehende Brunnen mit der M\u00fclheimer Ortspatronin M\u00fclhelmia bewundert werden. In der N\u00e4he steht auch das letzte alte Fischerhaus. An die steile Uferb\u00f6schung gebaut, erlaubt der landseitige Zugang zum Dacheingang, dass man auch bei Hochwasser sicheren Zugang hatte.<br \/>\nGegen Ende der F\u00fchrung kam die Gruppe zu den Resten der Lutherkirche, die seit dem 2. Weltkrieg nicht wieder aufgebaut wurde, sondern als Notkirche genutzt wird. Den Abschluss des Rundgangs bildete die protestantische Friedenskirche, die zugleich \u00e4lteste evangelische Kirche des heutigen K\u00f6ln. Sie wurde von dem katholischen Hofbaumeister Roth 1786 gebaut, nachdem der Vorg\u00e4ngerbau durch Eisgang zerst\u00f6rt worden war. Sie illustriert nochmals die Bedeutung der 1609 eingef\u00fchrten Religionsfreiheit. Katholische. Baumeister bauten damals evangelische. Kirchen, wie auch umgekehrt .<br \/>\nUnterhaltsam waren auch Anekdoten, die der F\u00fchrer beisteuerte. So ist es dem damaligen B\u00fcrgermeister Konrad Adenauer 1929 nur durch die Stimmen der Kommunisten gelungen, die neue M\u00fclheimer Br\u00fccke als die von ihm gew\u00fcnschte H\u00e4ngebr\u00fccke bauen zu lassen. Dazu hatte er vorgetragen, dass es in Leningrad keine Bogenbr\u00fccke g\u00e4be und alle wesentlichen Br\u00fccken H\u00e4ngebr\u00fccken seien. Dies sei bei den Kommunisten sehr gefragt und man wolle das \u00fcbernehmen. Und auch noch ein zweites mal hatte Konrad Adenauer mit dieser Br\u00fccke zu tun. Sie war im Krieg zerst\u00f6rt worden. Nach dem Wiederaufbau wurde sie 1951 von Kardinal Frings und Bundeskanzler Adenauer wieder er\u00f6ffnet. Da man sich nicht recht einigen konnte, ob denn wohl die weltliche oder die kirchliche Macht zuerst \u00fcber die Br\u00fccke gehen sollte, wurde der Vorschlag von Kardinal Frings aufgegriffen, dass seine Haush\u00e4lterin die erste sein sollte, welche die Br\u00fccke \u00fcberschritt..<br \/>\nIm empfehlenswerten Cafe Vrejheit gegen\u00fcber der Friedenskirche konnten sich die Besucher dann von den tropischen Temperaturen erholen, bevor es mit der Eisenbahn wieder zur\u00fcck gehen sollte. Das machte allerdings Probleme, da der Zug komplett ausfiel.<\/p>\n<p>Leider wurde dies den Wartenden nicht mitgeteilt, so dass die BGV-Gruppe mit vielen \u00e4lteren Mitgliedern in der gro\u00dfen Hitze eine ganze Stunde auf den n\u00e4chsten Zug warten musste. Die n\u00e4chste Reise wird sicher nicht per Bahn erfolgen!<\/p>\n<p><em id=\"__mceDel\">(Text und Bilder: Dieter Forst)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzte Reise der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) in diesem Jahr ging am 18.Aug. bei tropischen Temperaturen mit der Eisenbahn nach K\u00f6ln-M\u00fclheim, eine der alten bergischen St\u00e4dte mit bedeutender Vergangenheit. Die F\u00fchrung startete am modern \u00f6den Wiener Platz, f\u00fchrte dann zur Regentenstra\u00dfe, wo sich 1818 die drei Monarchen Friedrich Wilhelm III. von Preu\u00dfen, der russische Zar Alexander und<span class=\"continue-reading\"> <a href=\"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/?p=98\">&#8230; weiterlesen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":99,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,3],"tags":[],"class_list":["post-98","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-4","category-aktuelles"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=98"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":848,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/98\/revisions\/848"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/99"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=98"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=98"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bgv-oberberg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=98"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}