Werksführung bei Schmidt + Clemens – Hidden Champion im Leppetal

Als wir vor Beginn der Führung am 8. Oktober 2026 im Besprechungszimmer beisammensaßen, haben wir überlegt, wie lange es her ist, dass der BGV Abteilung Oberberg, das letzte Mal zur Werksführung bei Schmidt + Clemens in Kaiserau war. Es sind tatsächlich 18 bzw. 20 Jahre seit den letzten Besuchen vergangen.
Somit sind wir froh und dankbar, dass wir erneut die Möglichkeit erhielten, einen Blick in die moderne Fertigung von Edelstahl-Rohrsystemen zu bekommen. Dazu wurden wir von CCO und Pressesprecher Lars Niemczewski und Werksleiter Tobias Miebach begrüßt und in die Unternehmensthematik eingeführt. In dem Bereich der Fertigung von Rohren für die petrochemische Industrie ist S+C Weltmarktführer. Sozusagen ein Hidden Champion zwischen den bewaldeten Höhen des oberen Leppetales.
Die Firma wurde 1879 in Frankfurt von den beiden aus Ründeroth, bzw. Wallefeld stammenden Ludwig Schmidt und Wilhelm Clemens gegründet. Auch wenn nach wie vor die Zentrale von S+C im Leppetal liegt, tragen seit 1974 das Tochterunternehmen in Spanien und seit den 1990er Jahren die Werke in Tschechien, Malaysia und Saudi-Arabien zum weltweiten Erfolg des Unternehmens bei. Im Leppetal legt das Unternehmen größten Wert auf die rund 30 Mitarbeiter starke Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die den Wettbewerbsvorsprung sichern soll.
Wie es sich beim Besuch eines Geschichtsvereins gehört, wurde die BGV-Gruppe zu Beginn in einem bebilderten Vortrag der drei Mitarbeiter des Werksarchivs über die Unternehmensgeschichte informiert. Als dann jeder seinen Sicherheitshelm auf dem Kopf hatte, ging es los zur Führung durch die Fertigung. In diesem Rahmen hatten wir das Glück auch noch Zeuge eines Gießvorgangs für Schleudergrußrohre zu werden. Es war ausgesprochen beeindruckend, die modernen Fertigungsmaschinen bis hin zum Verfahren in der Qualitätskontrolle bestaunen zu können. Nach der Führung wurden zu einem Imbiss noch viele Fragen beantwortet. So bleibt uns als Resümee zum einen, dass wir als ganz normale Oberberger stolz sein können auf solch innovative Unternehmen, die weltweit erfolgreich aus der Mitte unseres Kreises kommen und zum anderen, dass eben diese Struktur von familiengeführten, mittelständischen Industrieunternehmen ganz typisch für Oberberg ist. Viele Unternehmen (und da ist Schmidt + Clemens eben auch ein Paradebeispiel) sind aus metallverarbeitenden Wasser-Hämmern an den im Bergischen Land sogenannten „fleißigen Flüssen“ entstanden und groß geworden sind. Daher ist heute noch der Oberbergische Kreis einer der Landkreise in NRW mit der höchsten Quote der Industriearbeitsplätze an der Gesamt-Erwerbsbevölkerung – und das ist auch gut so!

Text: Marcus Dräger, Fotos: Dr. Anna Eiter-Rothkopf

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