100 Jahre Museum Schloss Homburg

100 Jahre Museum Schloss Homburg – das feierte der BGV mit Museumsleitung, Mitarbeitern und einer interessierten Öffentlichkeit am 07. Mai 2026. Auch wenn der exakt 100. Geburtstag erst im August liegt. Zu dieser Feier hatte sich eine illustre Zuhörerschaft in der Neuen Orangerie eingefunden, um einem kleinen Festvortrag zu lauschen. Prof. Dr. Dr. Markus Walz, Professor für Theoretische und Historische Museologie an der HTWK Leipzig, war das Geburtstagsgeschenk des BGV zum 100. Museumsjubiläum. Was macht da mehr Freude, als einem historisch fundierten, aber trotzdem kurzweiligen und interessanten Vortrag über das Geburtstagskind zu lauschen. Diesen bot uns Prof. Walz als gut bebilderten Parforceritt durch die Entwicklungsgeschichte der deutschen Heimatmuseen im 20. Jahrhundert und hier Homburg im Speziellen und im Vergleich.
Dazu stieg Prof. Walz erst mal in die Gründungsgeschichte ein: „25. November 1925. Beschluss der Abteilung Gummersbach des Bergischen Geschichtsvereins: Wir machen es! Grundlagen: Exponate der Heimatschau Ründeroth 1921 des Apothekers Gissinger, Schulsammlung Driesch von Hermann Conrad, dem Kreis geschenkte und dort eingelagerte Sammlung Reininghaus“ – soweit aus der ersten Folie von Prof. Walz. Wir entnahmen dem Vortag mit großer Freude ein gewisses Kompliment an den Museumsgründer Hermann Conrad. Nämlich, dass er nicht nur ausufernd gesammelt hatte um alles auszustellen, sondern, dass er seine Schüler aufgerufen hatte, von zu Hause entsprechende Exponate mitzubringen. Er ließ die Sammlung von Experten begutachten, um auch wirklich nur entsprechend qualitätsvolle Objekte in die Ausstellung gelangen zu lassen. Das Fazit von Prof Walz hierzu: „Qualität statt Quantität, eine gute Methode die man noch lange nicht allerorts walten ließ, wo Museumsgründungen aus dem Boden sprosse.“ Zudem war es interessant, auf dem guten Kartenmaterial, das die preußischen Landkreise auf dem Gebiet von NRW zeigte, chronologisch die Entwicklung der Kreisheimatmuseen zu verfolgen. Da sind wir im vorderen Mittelfeld, auch wenn in den 1920er Jahren einige Gründungen zu verzeichnen sind. Das Kreismuseum des Kreises Paderborn auf der Wewelsburg wurde nur zwei Jahre vorher gegründet. Dagegen wurde das Südsauerlandmuseum in Attendorn schon 1898 und das Museum des Hochsauerlandkreises in Arnsberg schon 1904 gegründet. Auch auf die Ausstellungen der jüngeren Vergangenheit ging Prof. Walz ein, z.B. auf die Ausstellung zu den Kranichen oder zur Porzellanmanufaktur Spitzer aus Dieringhausen. So war das Auditorium am Ende gut über die Museumsgeschichte informiert. Der Abend klang aus bei einem kühlen Getränk und bei netten Gesprächen. So bleibt uns nur uns ganz herzlich bei Museumsleiter Steffen Müller und seinen Mitarbeitern für die gastliche Aufnahme zu danken. Der Abend hat gezeigt, dass wir als Bergischer Geschichtsverein, Abt. Oberberg nach wie vor eine enge emotionale Bindung ans Museum des Oberbergischen Kreises haben. Das wird sich so schnell auch nicht ändern, daher wünschen wir alles Gute für die nächsten 100 Jahre!

Text: Marcus Dräger, Fotos: Dr. Anna Eiter-Rothkopf

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