Tag des offenen Denkmals in Dattenfeld

Das diesjährige Motto des bundesweiten Tages des offenen Denkmals lautete: „WERT-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ Diese Frage trifft sowohl auf das Objekt des BGV-Oberberg-Besuches zu – das Burghaus in Dattenfeld, als auch auf das Engagement und den Enthusiasmus, den der heutige Burgherr, Axel Schönfelder an den Tag legt um das Anwesen wieder in den Zustand des Jahres 1619 zurückzuversetzen.

Das Haus aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde vermutlich von Jacob Robens ausgebaut und bewohnt, denn es geht vermutlich auf einen deutlich älteren Bau zurück.

Sein Bruder Johannes Robens war von 1607 bis 1649 Pfarrer in Dattenfeld. Jacob Robens war von 1605 bis 1624 Gerichtsschreiber des Amtes Windeck und danach Schultheiß des Amtes Steinbach.  Da beides bergische Ämter waren, (1672 wurde die Verwaltung des Amtes Windeck von der unweit gelegenen Burg Windeck an der Sieg ins Burghaus Denklingen verlegt) finden wir darin auch einen dezenten Hinweis darauf, dass Dattenfeld mit der heutigen Gemeinde Windeck bis 1932 zum Kreis Waldbröl gehörte.

Man mag sich wundern, dass der BGV-Oberberg dieses Jahr den Tag des offenen Denkmals außerhalb der Kreisgrenzen beging, historisch gesehen aber schon „oberbergischen“ Wurzeln nachspürte.

Möglich war der Besuch überhaupt nur aufgrund der Freundlichkeit von Herrn Schönfelder, unserer BGV-Gruppe das ganze Burghaus bis hinauf zum Dachboden zu zeigen. Dabei konnte ein Blick auf die laufenden intensiven Arbeiten geworfen werden, von neuer natürlicher Farbgebung für die Schlagläden, bis zum freigelegten Mauerwerk und dahinter verborgenen neuen Erkenntnissen über die ursprüngliche Länge und Breite des Turms. Das heute so romantische Erscheinungsbild mit Erkern auf Säulen geht u.a. auf den Ausbau unter den Besitzern im 19. Jahrhundert zurück:  Den Grafen Kurzrock-Wellingsbüttel (Wellingsbüttel ist ein Gut am Oberlauf der Alster) folgten die Freiherren von Leonhart, die italienische Bankiersfamilie Caminneci, die auch auf der 1945 zerstörten, „Schloss“ genannten Villa auf Burg Windeck saß. Dann folgten die Freiherrn von Cannstein und nach der Familie Wernze nun Axel Schönfelder.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Schönfelder für die tolle und eindrucksvolle Führung.

Text: Marcus Dräger, Fotos: Dr. Anna Eiter-Rothkopf

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