Erste BGV-Exkursion des Jahres 2026 führte in die 1250-jährige Geschichte Westfalens

Der Grund dafür, dass der BGV so früh im Jahr schon in die Exkursionssaison startete, lag am späten Ende der großen Landesaustellung „1250 Jahre Westfalen“ im Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn. Denn das Jubiläumsjahr war 2025 und orientierte sich an der Erstnennung Westfalens in den fränkischen Reichsannalen. Dort ist Westfalen im Jahre 775 als einer der sächsischen Stämme im Zusammenhang mit den Sachsenkriegen Karls des Großen erwähnt.

Der Bus war am 28. Februar 2026 komplett ausgebucht und wir haben uns gefreut, dass wir auch einige Nachbarn des Heimatvereins Meinerzhagen zu unserer Exkursion begrüßen konnten.

Die Ausstellung, die am historischen Ort, nämlich in der rekonstruierten Kaiserpfalz von Karl dem Großen, direkt neben dem Paderborner Dom stattfand, und in deren Untergeschoss sich auch der Quellkeller für eine der vielen Paderquellen befindet, beleuchtete die Geschichte Westfalens von der Erstnennung bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation anhand vieler schöner Exponate, zum Teil archäologischer Art und mit vielen kunstgeschichtlichen Ausstellungsstücken. Geografisch und epochenmäßig kann man also von mindestens vier Westfalen sprechen.  Zunächst das Stammesfürstentum Westfalen, das neben Ostfalen und Engern als Teil Sachsens bestand und sich zeitweise fast vom Rhein bis zur Nordsee erstreckte. Dann nach der Absetzung des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen, das Herzogtum Westfalen, das an die Kurfürsten von Köln fiel und als Kurkölnisches Sauerland ungefähr dem Gebiet des heutigen Hochsauerlandkreises sowie Teilen des Kreises Olpe und des Kreises Soest entspricht. Das nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches entstandene Königreich Westfalen war vielleicht das merkwürdigste Konstrukt, das unter dem Namen Westfalen firmierte und sich auch über große Teile Kurhessens und des heutigen Niedersachsens, gar bis Magdeburg erstreckte. Für Gebiete, die heute in Westfalen liegen, aber historisch nie Westfalen waren, wie der Kreis Siegen-Wittgenstein, wurde das Bild eines in diesem Fall „Beutewestfalen“ in die Ausstellung aufgenommen:  Ein echter Rubens, denn der berühmte Maler war nach der Verbannung seiner Familie in Siegen geboren worden.

Nach mittäglicher Stärkung im Paderborner Brauhaus bei Westfalenschnitzeln und anderen Speisen, ging es zur Domführung, wo das prächtigste und größte Grabepitaph des Paderborner Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg und in der Krypta eine moderne Skulptur des Heiligen Liborius aus dem Jahr 2023 von Stephan Balkenhol bestaunt werden konnten.

Nach einem kleinen Rundgang um das Pader-Quellgebiet in der Altstadt, einer in ganz Europa einzigartigen Situation, dass über 40 Quellen in der Mitte einer größeren Stadt sich vereinen (in diesem Fall zum mit 4 km kürzesten Fluss Deutschlands) ging es mit vielen visuellen und historischen Eindrücken gespeist wieder heimwärts.

Text: Marcus Dräger Fotos: Dr. Anna Eiter-Rothkopf

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